Thailand, Bali, Vietnam und Kambodscha. Alles geniale und beliebte Ziele für eine Reise mit dem Rucksack durch Asien. Bestimmt hat jeder von uns einen Freund, der in einem dieser Länder bereits war oder du warst es selbst bereits. Doch wer kann von sich behaupten schon einmal in Indien gewesen zu sein? Eine unvorstellbar bunte Welt, über 1,3 Milliarden Menschen, eine der besten Küchen mit ihren aromatischen Gewürzen, Gastfreundschaft und eine absolut landschaftliche Abwechslung erwarten dich dort.

Wenn du dich also entscheidest nach Indien zu reisen, ist Delhi als Zielflughafen eine sinnvolle Option. Von der riesigen Hauptstadt aus kommt man in jeden Teil des Landes mit Bus, Zug oder Flugzeug und das für echt wenig Geld. Delhi selbst ist eine laute und schmutzige Stadt und man wird direkt mit dem indischen Verkehrschaos konfrontiert. Ich würde dir empfehlen nicht länger als zwei Tage dort zu verbringen, da es deutlich schönere und eindrucksvollere Orte gibt, die man in diesem Land sehen kann, also verrate ich euch meine Lieblingsziele, die von dort aus einfach zu erreichen sind.

Flüge nach Delhi gibt es bereits ab 500€. Flüge findest Du hier. Mit Lufthansa gibt es aus Frankfurt und aus München auch Direktflüge ab 575€.

Eine Reise beginnt immer mit der Planung. Ich würde mir für Indien einige Ziele/Städte markieren zu denen man möchte und den Rest der Spontanität und dem Zufall überlassen, da Indien über ein perfekt verbundenes Zugnetz verfügt. Zusätzlich kommt man mit dem Bus in jeden Teil des Landes und es ermöglichen sich einem ständig neue Ziele, an die man fahren könnte. Ich bin damals in Delhi in einem Touristenbüro gelandet und wir buchten eine sieben tägige Reise über Jaipur, Jodhpur, Agra und Varanasi zurück nach Delhi. Die ersten vier Tage hatten wir einen persönlichen Fahrer in einer indischen S-Klasse, was sich natürlich nicht mit einem Mercedes vergleichen lässt, aber wir hatten Beinfreiheit und gemütliche Sitze. Die Fahrer kennen sich perfekt in den Städten aus, wissen Insidertipps ( ja sie bringen einen auch zu Läden von ihren Freunden, wo man diverse Sachen wie Stoff oder Gewürze kaufen kann, aber sind einem niemals böse, wenn man das dort nicht tut) und wissen wo es den besten Chai-Tee gibt (ganz wichtig, denn Chai-Tee schmeckt oberlecker dort und kostet meist um die 10 Rupien/ 13 Cent). Wir zahlten damals für vier Tage Reisebegleiter, der wie ein Chauffeur und Touristenführer in einem war, die Übernachtungen, sowie Zugfahrten für die anderen drei Tage insgesamt 100€ pro Person und konnten in kürzester Zeit verschiedenste Erfahrungen mitnehmen.

1. Jaipur:

Jaipur ist eine alte Stadt, in der man sieht, dass auch Indien kulturell und historisch Einiges zu bieten hat. Das Fort Amber gilt als eine der Hauptattraktionen und ist auch sehr zu empfehlen, da man von dort einen atemberaubenden Ausblick auf die Umgebung hat. Zusätzlich gibt es in der Stadt zwei weitere Paläste den Hawa Mahal und den City Palace, beide in hellroter Farbe, weshalb Jaipur auch „the pink city“ genannt wird. Schaut euch dort auch die Moscheen an, die von Grünem umgeben sind und einem so eine Möglichkeit zum Entspannen geben, was man in Indien oftmals sucht, da die Städte recht laut und voller Menschen sind und man so seine Auszeiten braucht (am besten bei einem Chai-Tee 😉). Zudem ist die Stadt für ihre feinen Stoffe bekannt. Für Jaipur würde ich ein bis zwei Nächte empfehlen, um die Stadt ausreichend sehen zu können.
Jaipur

2. Jodphur:

Auch Jodphur ist eine alte Stadt und wird auch die blaue Stadt genannt, da viele Häuser in blauer Farbe angemalt sind, was der Hitzereduzierung dienen soll. Hier ist die Mehrangarh Festung einer der Top- Sehenswürdigkeiten. Ich empfehle auch den Rao Jodha Desert Rock Park, sowie das Umaid Bhawan Palace Museum. Ansonsten würde ich einfach die Altstadt genießen, durch die bunten Märkte schlendern und diese schöne Stadt mit seinen Gerüchen von Gewürzen wirken lassen. Auch hier würde ich 1-2 Nächte empfehlenJodphur

3. Agra:

Wer an Indien denkt, hat sicherlich auch das Bild des Taj Mahals vor Augen. Es gibt einige Grabdenkmäler in Indien, das Taj Mahal ist das schönste von ihnen. Das Taj Mahal ist bis zu einem Umkreis von 2 Kilometern nicht mit dem Auto erreichbar, da man Verschmutzungen des weißen Marmors verhindern möchte. Nimm dir einfach eine Fahrradrikscha und versuche so früh wie möglich (am besten zu Beginn der Öffnungszeiten) dort zu sein, um viele Touristen zu vermeiden und das Denkmal in seiner Schönheit zu genießen (und natürlich um die besten Fotos ohne hunderten von Menschen zu machen 😊). Ebenfalls eindrucksvoll ist das Rote Fort, eine Mogulfestung aus dem 16./17. Jahrhundert. Agra ist neben diesen beiden Attraktionen jedoch keine schöne Stadt und ich würde auch nur eine Nacht dort empfehlen. Von dort kommt man mit dem Nachtzug entspannt nach Varanasi.
Taj Mahal

4. Varanasi:

Die heilige Stadt des Todes. Hier werden die Toten verbrannt und die Asche in den Ganges geworfen. Intensivere Eindrücke von Indien als hier hatte ich nirgendswo. Der Ganges ist eines der wichtigsten Bestandteile dieser Stadt, da er für die Hindus als heilig gilt und das Baden in ihm eine große Bedeutung für die Menschen hat. Für Europäer ist es eine unmögliche Vorstellung in diesem schmutzigen Wasser zu baden, geschweige denn es zu trinken, denn es würde einem mit Sicherheit das Komplettpaket an Krankheiten bringen. In Varanasi gibt es prinzipiell keine großen Sehenswürdigkeiten als die Stadt und ihre Menschen selbst. Die spirituelle Verbundenheit der Menschen mit diesem Fluss, die hinduistischen Feste und der Frieden, der an diesem Ort liegt, sind atemberaubend. Hier sind viele der hohen Priester, der Brahmanen und es ist hoch interessant auch mit ihnen das Gespräch zu suchen (falls sie kein Englisch können, werden sich rasch andere Inder als Übersetzer anbieten, denn Inder sind sehr hilfsbereit und freundlich)
Varanasi

Diese vier Städte sind natürlich nicht die Einzigen im nördlichen Teil Indiens, aber sie sind sehr gut miteinander verbunden und lohnenswert anzusehen, da sie auch sehr unterschiedlich sind und man dadurch ein gutes Gefühl für die Differenzen der einzelnen Regionen und Menschen erhält. Ebenfalls reizend sind die Nationalparks nördlich von Delhi, in denen man begleitet von Guides die Schönheit der dort wachsenden Vegetation erfährt und mit etwas Glück wildlebende Tiger und Elefanten sieht. Wenn ihr etwas mehr Zeit mitbringt und nach einigen Tagen Städtereisen erschöpft seid, lohnt sich ein Ausflug weiter in den Süden, nach Goa. Der kleinste und trotzdem reichste Staat Indiens, bietet euch schöne Strände, um von dem ganzen Lärm und der Hektik der Städte runterzukommen. Auch hierfür lohnt es sich spontan zu sein, von Strand zu Strand mit einem geliehenen Roller zu fahren, denn Goa ist auch verkehrstechnisch der ruhigste Teil Indiens und man kann lokal nach kleinen Hütten zum Schlafen fragen (meist zahlt man zwischen 3 und 10 Euro pro Nacht, wobei 10 schon echt "teuer" ist).

Allgemeine Tipps:

Wer schon auf Reisen war kennt es. Man packt sich zu viele Sachen ein und schleppt sie anschließend unnötig mit sich herum. Deswegen: pack dir deinen Rucksack, denk auch eine Jacke, falls es abends kühler werden sollte und nimm anschließend nur die Hälfte mit, das genügt. Falls man merkt man hat zu wenig mitgenommen, lassen sich überall für absolut wenig Geld Klamotten kaufen. Probier die tollen Geschmäcker der indischen Küche aus! In kleinen „Restaurants“ zahlt man meist 1-3 € pro Mahlzeit, welche würzige Currys und Gerichte anbieten, die man in Deutschland niemals so essen wird. Ich weiß, dass einige davon abraten von Straßenständen zu essen, jedoch sind gerade diese meine Lieblingsorte zum Essen gewesen. Man sieht, wie vor einem das Essen über heißer Flamme zubereitet wird und solange man kein Huhn isst, welches seit Stunden in der Sonne lag, sollte man auch kein Problem mit dem Magen/Darm kriegen. (Hatte ich nicht einmal in 6 Wochen) Wenn ihr zweifaches Brennen vermeiden wollt, bestellt nicht scharf, das kann im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gehen :D

Nimm die Menschen wie sie sind, die meisten Inder sind sehr freundlich und hilfsbereit, wenn auch manchmal anstrengend, da man als Europäer oft auffällt. Wenn du Rikscha fährst und weißt wo du hinmöchtest, frag den Fahrer ob er den Meter anmachen kann. Wenn er sagt es sei kaputt, will er höchstwahrscheinlich, dass du deutlich mehr für die Strecke zahlst, schließlich bist du in seinen Augen reich. Frag mehrere Fahrer, um ein Gefühl für die Preise zu kriegen. Am Anfang zahlten wir für eine 10 min Fahrt 70 Rupien (1€) und freuten uns wie günstig es sei. Am Ende zahlten wir für die gleichen Strecken 10-20 Rupien 😉 Nach einiger Zeit dort weiß man, wie man am besten handelt und kommt als wahrer Experte nach Hause. Wunder dich nicht, wenn die Leute am Anfang auf eine von dir gestellte Frage den Kopf schütteln, das ist nicht als Nein, sondern als wortloses Ja zu verstehen. Auch der Akzent könnte am Anfang etwas hart sein, allerdings reden sehr viele Inder Englisch und man kommt damit überall gut durch(ich hatte das Gefühl mehr Leute sprechen englisch als in Griechenland). Alleine als Frau würde ich Indien persönlich nicht bereisen, zu zweit hat man bereits keine Schwierigkeiten mehr und auch sonst hatte ich niemals ein unsicheres Gefühl dort. Wirklich aufpassen sollte man nur mit Mücken, dagegen helfen Sprays, lange Kleidung oder die Salben, die man dort kaufen kann.

Insgesamt gesehen kann ich Indien jedem empfehlen, der nach einer langen Klausurenphase mal wieder raus will und etwas komplett Neues sehen möchte. Selbst wenn du nur 2-3 Wochen runterfliegst und die Flugkosten im Vergleich zu einem europäischen Land höher sind, wirst du letztendlich günstiger oder gleich teuer unterwegs sein, da das Leben dort unten wirklich günstig und nicht touristisch ist. Flüge nach Delhi gibt es bereits ab 500€. Flüge findest Du hier. Je länger man bleibt desto mehr relativiert sich dann natürlich auch der Flug 😉 Indien ist für jeden etwas, der offen für andere Religionen und Kulturen ist. Vielseitiger als Indien ist für mich kein Land in welchem ich bisher war und ich finde auch, dass man einige Lektionen mitnimmt und bewusster die kleinen Dinge des Lebens hier genießt. Zugegeben fand ich die ersten Tage anstrengend, man gewöhnt sich aber an das Umfeld und dann kann man es in vollen Zügen genießen und dieses so unterschiedliche Land in sein Herz schließen.